DLRG warnt vor inoffiziellen Schwimmabzeichen

Anfängerschwimmausbildung bei der DLRG

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt erneut - wie schon mehrmals in den vergangenen Jahren - vor dem Kauf und der Abnahme inoffizieller Schwimmabzeichen.

„Das tut mir leid Lisa, aber das Schwimmabzeichen kann ich leider nicht anerkennen“, erklärt Susanne Meinhardt, Sportlehrerin der 3b in Seligenstadt. Lisa (7) hatte im Urlaub den „Seeräuber“ gemacht und war stolz auf ihr Schwimmabzeichen. Jetzt ist sie den Tränen nahe, die Enttäuschung sitzt tief. Lisas Eltern haben viel Geld für den Schwimmkurs ihrer Tochter bezahlt, damit sie in der Schule eine bessere Note im Sportunterricht bekommt. Da es sich aber nicht um ein offizielles Schwimmabzeichen handelt, ist es für die Beurteilung völlig wertlos.

Als Gütezeichen für die Qualität der Ausbildung gedacht, sollen die Schwimmabzeichen den Eltern eigentlich Sicherheit geben, die richtige Ausbildung für ihren Nachwuchs gewählt zu haben. Aber auch hier gilt: Vertrauen Sie nicht jedem vielversprechenden Motto und Bildchen! Manchmal ist der Schein trügerisch und hinter einem bunten Abzeichen steckt zwar ein kreativer Kopf, aber kein kompetenter Schwimmlehrer.

Firmen und Vereine treten an Eltern heran und bieten inoffizielle Schwimmabzeichen zum Verkauf an. Die DLRG warnt vor dem Kauf und Einsatz solcher Abzeichen, die völlig losgelöst von der Deutschen Prüfungsordnung entwickelt wurden und keinen verbandlichen Bezug haben, wie beispielsweise das Abzeichen „Seeräuber“ vom „Institut zur Fortbildung von Bäderfachleuten“.

„Einheitliche Standards sind für die Schwimmausbildung sinnvoll und notwendig, da nur dann in ganz Deutschland die Ausbildung effektiv und aufeinander aufbauend erfolgen kann. Fähigkeiten und Leistungen sind aber nur beurteilbar, wenn immer und überall die gleichen Maßstäbe zugrunde liegen. Die offiziellen Schwimmabzeichen bieten genau dies, bauen didaktisch sinnvoll aufeinander auf und berücksichtigen die geistige und körperliche Entwicklung eines Kindes in den verschiedenen Altersstufen. Darüber hinausgehende Schwimmabzeichen sind völlig überflüssig und bringen keinerlei Vorteile mit sich, sie nützen nur dem, der sie auf den Markt bringt“, lautet das Fazit der DLRG Lebensretter.

So fließen auch nur die offiziellen Schwimmabzeichen als Bewertungsgrundlage in die Benotung, zum Beispiel gegebenenfalls als zusätzlicher Pluspunkt im Sportunterricht, ein und nur diese bieten Aufsichtspersonen, etwa bei Klassenfahrten und Zeltlagern, eine verlässliche Einschätzung der Schwimmfähigkeit der Kinder.

Die offiziellen Schwimmabzeichen wurden im Jahr 1977 von den schwimmsporttreibenden Verbänden - ASB (seit 1990), BDS, DLRG, DRK, DSV, DTB und VDST - die jetzt im Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) zusammengeschlossen sind, und der Firma Schmidt, Solingen gemeinsam entwickelt und sind markenrechtlich für den BFS geschützt.

Gleichzeitig wurde damals auch eine einheitliche Deutsche Prüfungsordnung verabschiedet, nach der alle Verbände ausbilden und Prüfungen mit anschließender Ausgabe der Urkunden und Abzeichen abnehmen.

Eine Vereinbarung der Verbände mit den Kultusministern der Länder (KMK) stellt darüber hinaus sicher, dass auch in Schulen bundesweit nach dieser Prüfungsordnung ausgebildet und geprüft wird und nur die offiziellen Urkunden und Abzeichen ausgegeben werden.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bildet ausschließlich nach der Deutschen Prüfungsordnung aus und vergibt auch nur die offiziellen Schwimmabzeichen, denn nur damit ist sichergestellt, dass alle erbrachten Leistungen vergleichbar sind und eine einheitliche Schwimmausbildung in der gesamten Bundesrepublik erfolgt.

Gerade im Zusammenhang mit dem Abzeichen „Seeräuber“ hat der Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) beschlossen, dieses Abzeichen abzulehnen.

Eine Übersicht über alle offiziellen Schwimmabzeichen finden Sie hier.

Quelle: Text: DLRG Ortsgruppe Seligenstadt und www.dlrg.de, Bild: www.dlrg.de

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