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Schwimmen im Main keine Alternative zum Freibad

Veröffentlicht: Freitag, 22.05.2020
Autor: Erik Friedrich
Erik Friedrich (Leiter der Einsatzabteilung) und Marius Müller (Ausbilder für den Wasserrettungsdienst) bei einer Kontrollfahrt auf dem Main 2019.

Abkühlung im Fluss ist lebensgefährlich

Seligenstadt – Trotz sonnigem Wetter und warmen Temperaturen haben aktuell alle Freibäder und Badeseen geschlossen. Auch das Seligenstädter Freischwimmbad, dessen Saisonstart am 16. Mai gewesen wäre muss aufgrund der anhaltenden Corona-Krise geschlossen bleiben. Auch der Badeseen Mainflingen, der Königsee in Zellhausen und der Knochensee in Klein-Krotzenburg dürfen vorerst nicht öffnen. Ob und wann diesen Sommer eine Eröffnung stattfinden kann wurde von der Landesregierung noch nicht entschieden.

Viele Gefahren im Fluss

Die DLRG Seligenstadt warnt davor, als Alternative zum Freischwimmbad und den Badeseen, im Main schwimmen zu gehen. „Das Schwimmen im Main ist auch für erfahrene Schwimmer lebensgefährlich“, erklärt Erik Friedrich, Leiter der Einsatzabteilung der DLRG Seligenstadt. „So verlockend eine Abkühlung im Main auch sein mag, ich rate nachdrücklich davon ab und appelliere an die Vernunft der Mitbürger.“ Die größte Gefahr im Main ist die Strömung. „Selbst unsere erfahrenen Rettungsschwimmer haben keine Chance längere Strecken entgegen der Strömung zu schwimmen“, erklärt Marius Müller, Ausbilder für den Wasserrettungsdienst bei der DLRG Seligenstadt. „Die Strömung wird von Land aus meistens unterschätzt, da, je nach Windrichtung und Bewölkung, keine Strömung zu erkennen ist. Sie ist aber vorhanden,“ ergänzt Müller.

Ebenfalls sehr gefährlich ist die Berufsschifffahrt. „So ein Schiff ist schneller als man denkt“, erklärt Friedrich, „und kann weder ausweichen noch bremsen.“ Auch im Uferbereich, wo man noch stehen kann, lauern Gefahren. Ein Schiff das angefahren kommt entwickelt eine mächtige Sogwirkung. „Da kann innerhalb von Sekunden der Wasserpegel um bis zu einem halben Meter sinken und selbst wenn man steht kann man das Gleichgewicht verlieren und in Richtung Schiff gezogen werden“, erläutert Müller. Anschließend, wenn das Schiff vorbeifährt, steigt der Wasserpegel sehr schnell wieder an, was einen Höhenunterschied von über einem Metern ausmachen kann. Wenn dann das Wasser wieder zurück fließt entsteht ein weiteres Mal eine Sogwirkung zur Flussmitte. Ebenfalls besteht die Gefahr, dass man beim Schwimmen von Sportbooten übersehen wird, die aufgrund ihres geringen Tiefgangs auch nahe am Uferbereich fahren können.

Zudem können Entfernungen auf dem Wasser schlecht eingeschätzt werden. Mal schnell auf die andere Seite schwimmen kann durchaus tödlich enden. „Der Main ist im Bereich von Seligenstadt teilweise bis zu 150 Meter breit“, erklärt Friedrich, „das sind drei Bahnen im Schwimmerbecken in Seligenstadt, ohne Möglichkeit sich zwischendurch festzuhalten.“ Anschließend muss man auch wieder zurück schwimmen. Neben der Strömung und Schifffahrt kommt hinzu, dass das Wasser im Main häufig viel kälter ist, was das Schwimmen zusätzlich erschwert. Eltern sollten ihre Kinder frühzeitig über die Gefahren aufklären.

Motto der DLRG: „Bleibt an Land“

Die Seligenstädter Wasserretter bitten auch auf alle anderen Wassersportarten auf dem Main zu verzichten. „Bleibt an Land“ lautet das Motto der DLRG. Sollte es beim Stand-Up-Paddling, Kajak oder Kanufahren, Wasserski oder Jetskifahren zu Unfällen kommen, werden die Retter der DLRG alarmiert um zu Helfen. „Unsere Rettungsschwimmer können keine Schutzausrüstung vor Corona-Viren im Wasser anziehen und sind deshalb besonders gefährdet. Das wollen wir unbedingt verhindern“, erklärt Erik Friedrich, der sich um die Gesundheit seiner Einsatzkräfte sorgt. Je weniger Menschen sich auf oder im Wasser aufhalten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Hilfe der Wasserretter in Anspruch genommen werden muss.

Abkühlung am besten zuhause

Wer sich mit Wasser etwas abkühlen möchte, kann dies vielleicht mit dem Gartenschlauch oder mit einem Wassereimer zuhause. „Wir wissen, dass ist keine echte Alternative, aber vielleicht das Beste, was man aktuell tun kann“, so Müller abschließend.

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