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Strömungsrettung

Die DLRG Ortsgruppe Seligenstadt besitzt zurzeit 6 ausgebildete Strömungsretter der Stufe I (SR 1) und zwei ausgebildeter Strömungsretter der Stufe II (SR 2).

Doch was genau sind eigentlich Strömungsretter?

Ob es nun die Überschwemmungen an der Elbe 2002, die Hochwasser durch Unwetter im Alpenraum 2006 oder das Hochwasser 2011 an Rhein und Mosel sind: Die letzten Katastrophen in Deutschland und Europa haben gezeigt, dass einfache Rettungsschwimmer und Wasserretter für komplizierte Einsatzlagen nicht richtig ausgebildet und nicht ausreichend ausgestattet sind. Die vergangenen Jahre zeigten wie groß der Bedarf an einer effektiven und gut ausgebildeten Einsatzkomponente für schnell fließende Gewässer ist.

Oft taucht die Frage auf, was haben eigentlich Überschwemmungen und Flutkatastrophen mit der Strömungs- oder Wildwasserrettung zu tun? Eine ganze Menge! Ein bislang ruhiger Bach oder Fluss kann bei einem Unwetter schnell zu einem reißenden Gewässer werden. In diesem Fall kann ein Motorrettungsboot nicht mehr zum Einsatz kommen, da die Gefahr für die Besatzung viel zu groß sein würde. In verschmutztem, mit Treibgut und versteckten Gefahren durchsetztem Gewässer kann (und darf) auch kein Rettungsschwimmer oder Wasserretter mehr eingesetzt werden.

Für diese Einsätze entwickelte die DLRG die Ausbildung zum Strömungsretter (SR), ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Rettungseinsatz für einen normal ausgebildeten Rettungsschwimmer oder Wasserretter mit dem Rettungsschwimmabzeichen in Silber zu gefährlich wird oder dessen Ausbildung für die Begebenheit nicht mehr ausreicht. Strömungsretter werden immer im Team von mindestens drei Strömungsrettern eingesetzt. Aufgrund der besonderen Gefahren in Flüssen und Überschwemmungsgebieten werden sie durch eine spezielle Schutzausrüstung geschützt.

Hintergrund

Der Strömungsretter (Swiftwater & Flood Rescue) kommt ursprünglich aus den USA. Dort wurde bereits 1979 erkannt, dass eine spezielle Ausbildung nötig ist, um in stark strömenden Gewässern Hilfe leisten zu können. „Swiftwater Rescue Technician“ (SRT) (zu Deutsch: „Rettungstechniken für schnelles Wasser“) werden seitdem dort hauptsächlich von den Berufsfeuerwehren ausgebildet, da diese für die Katastrophenhilfe in den USA zuständig sind. Nach dem Elbehochwasser 2002 wurde die Notwendigkeit für SRT-Kurse auch in Deutschland erkannt und so bildet seit September 2005 die DLRG in Deutschland Strömungsretter aus. Hierfür wurde im Jahr 2004 ein geeignetes Konzept entworfen und anschließend umgesetzt.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Strömungsretter ist modular aufgebaut und findet meist auf Lehrgängen auf Landesebene statt. Sie baut auf der Ausbildung zum Wasserretter auf und ist Teil der Katastrophenschutzausbildung. Die Ausbildung fordert eine hohe fachliche Kompetenz und ausgesprochen gute körperliche Fitness, welche mit dem Cooper-Test und einer Schwimmprüfung nachzuweisen ist. Von Vorteil ist auch eine Grunderfahrung im Klettern insbesondere der Abseiltechniken. Neben dem theoretischen Teil der Ausbildung wird ein großer Wert auf Praxisbezug gelegt. So sind mehr als zweidrittel der Ausbildung praktische Übungen. Ab 16 Jahren kann man mit der Ausbildung zum SR 1 beginnen, danach ist eine Weiterqualifizieung über die Module Seiltechnik und Wildwasser zum SR 2 möglich. Zudem gibt es weitere Module (wie Canyoning oder Absturzsicherung) um sich später für spezielle Einsatzsituationen fortzubilden.
 

Der Lehrgang „Strömungsretter Stufe 1“ (SR 1) ist der Grundlehrgang im Bereich Strömungsrettung. Er beinhaltet die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen und Fertigkeiten zur Selbst- und Fremdrettung, insbesondere:

  • Nutzung der speziellen Persönlichen Schutzausrüstung (PSA)  
  • Nutzung der speziellen Rettungsmittel
  • Erreichen schwer zugänglicher Einsatzstellen durch Abseilen
  • Aufbau einfacher Seiltechniken
  • Rettung und Transport in und an Fließgewässern

Im Einsatzfall wird der Strömungsretter der Stufe 1 von einem Truppführer Strömungsrettung geführt  und beim Aufbau von Seiltechnik von einem SR2 (oder höher) angeleitet.

 

Der „Strömungsretter Stufe 2“ (SR 2) baut auf dem SR 1-Lehrgang auf und beinhaltet neben der Ausbildung zur Truppführung auch die Vertiefung technischer Inhalte. Damit ist der SR 2 in der Lage Strömungsretter 1 im Einsatz fachlich zu führen und den Aufbau von grundlegenden Seiltechniken anzuleiten, zu überwachen und abzusichern. Auf dem Gebiet der Seiltechnik wir unter anderem auch ein Lehrgang zu Spezialisierung zum Strömungsrettungs-Techniker (SRT) angeboten. Als höchste Qualifizierungsstufe können erfahrene Strömungsretter Stufe 2 sich zum Ausbilder weiterbilden lassen und somit selbst SR 1- und SR 2-Lehrgänge durchführen. Ausbilderlehrgänge finden ausschließlich auf Bundesebene der DLRG statt.

Die DLRG Seligenstadt führt regelmäßig mir ihren Strömungsrettern Ausbildungen im Main oder auf nahegelegenen Flüssen durch. Hierbei werden die bereits ausgebildeten Strömungsretter geschult, um erlerntes Wissen aufzufrischen und neue Erkenntnisse zu sammeln sowie interessierte Kameraden an die Aufgaben und Tätigkeiten der Strömungsretter herangeführt. Die Ausbildung findet meist mit einem Boot oder Raft statt. Neben den Ausbildungen im Wasser finden auch noch Trockenübungen zum Thema Seiltechnik statt. Hier geht es beispielsweise um den Aufbau einer Seilbrücke oder dem richtigen Abseilen. Ergänzt wird die Ausbildung durch Theoriestunden, in denen das Einsatztaktische vorgehen geschult wird.


Mit den benachbarten DLRG Ortsgruppen aus dem Bezirk finden zudem regelmäßige Übungen statt. Hier wird unter anderem die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ortsgruppen geschult, als auch neue Techniken erlernt und vertieft.

Strömungsretter

Nichts für lahme Enten...

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Aufgaben

Strömungsretter besitzen zahlreiche Aufgaben. Die Hauptaufgabe ist zunächst in Not geratene Personen aus schnell fließenden Gewässern (Bächen, Flüssen) oder Hochwasser zu retten. Zudem können in Überschwemmungsgebieten und bei Hochwasser die Rettung von Tieren und die Bergung von Sachgegenständen zu seinem Aufgabengebiet werden. Des Weiteren sind sie für die medizinische Erstversorgung des Geretteten verantwortlich und für den Abtransport aus dem Gefahrenbereich.

In Seligenstadt kommen die Strömungsretter hauptsächlich im Bereich des Katastrophenschutzes zum Einsatz. Sie sind Teil der erweiterten Wasserrettungsgruppe, mit der die DLRG Seligenstadt in den Katastrophenschutz des Landes Hessen integriert ist. Sie rücken bei allen Katastrophenschutzeinsätzen aus.

Natürlich können Strömungsretter auch bei allen anderen Arten von Schadenslagen oder Unglücken auf dem Main eingesetzt werden. So werden sie beispielsweise bei Einsätzen mit der Freiwilligen Feuerwehr Seligenstadt alarmiert, wenn beispielsweise ein Auto im Main untergegangen ist. Aber auch bei Schiffsunglücken und sonstigen Notfällen auf dem Main können sie eingesetzt werden. Ebenso wie bei Evakuierungen aus schlecht zugänglichen Überschwemmungsgebieten und Sucheinsätzen nach vermissten Personen am Mainufer.

Die Strömungsretter aus Seligenstadt werden zudem auch passiv zur Absicherung von anderen Einsatzkräften eingesetzt (zum Beispiel dem THW Seligenstadt oder dem DRK Seligenstadt) oder bei Veranstaltungen an und auf Flüssen (zum Beispiel bei „Main in Flammen“).

Ausrüstung

Die DLRG Seligenstadt verfügt über 7 komplette Strömungsretter-Schutzausrüstungen. Eine Schutzausrüstung (PSA) besteht aus einem Neoprenanzug mit Kopfhaube zum Schutz vor Unterkühlung und Verletzungen, Neoprenschuhe für einen sicheren Tritt, spezielle Handschuhe zur Seilführung, Strömungsretterhelm mit Wasserschlitzen, Wildwasserweste mit Panikverschluss, Klettergurt um sich in ein Seil einhängen zu können, Messer damit man sich im Notfall vom Sicherungsseil losschneiden kann, Wurfsack, Signalpfeife, Karabiner und Abseilachter sowie einem persönlichem Erste-Hilfe-Set für Selbst- und Kameradenrettung sowie für Sofortmaßnahmen am Unfallort. Diese Schutzausrüstung muss bei allen Einsätzen und Übungen getragen werden.

Je nach Einsatz kommen verschiedene Komponenten hinzu. So verfügt die DLRG Seligenstadt über ein Raft für bis zu neun Personen, verschiedenen Seilen und Klettersysteme sowie ein Rettungsdreieck. Um die Kommunikation der Strömungsretter sicherzustellen wurden zwei Wasserdichte Funkgeräte angeschafft.

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